ArcLoader & Synology als virtuelle Instanz auf Proxmox
Im Rahmen eines Infrastrukturprojekts wurde eine flexible und kosteneffiziente Storage-Lösung benötigt, die zentrale Dateiablage, Snapshot-Funktionalität sowie optionale Cloud-Synchronisation ermöglicht. Anstelle eines klassischen Hardware-NAS fiel die Entscheidung auf eine virtualisierte Lösung innerhalb einer bestehenden Proxmox-Umgebung. Ziel war es, die Funktionalität eines Synology-Systems als virtuelle Instanz bereitzustellen und dabei die Vorteile moderner Virtualisierung voll auszuschöpfen.
Als Virtualisierungsplattform kam Proxmox VE zum Einsatz. Die bestehende Infrastruktur verfügte bereits über redundante Storage-Backends und ausreichend Ressourcen (NVMe-Storage, ECC-RAM, 10G-Netzwerk), sodass eine NAS-Appliance problemlos als VM betrieben werden konnte. Für die Bereitstellung der Synology-Umgebung wurde ArcLoader verwendet – ein moderner Loader, der es ermöglicht, das Synology-Betriebssystem DSM innerhalb einer virtuellen Maschine zu betreiben.
ArcLoader übernimmt dabei die Emulation der benötigten Hardware-Komponenten, sodass das Synology DSM-System korrekt initialisiert werden kann. Die virtuelle Maschine wurde mit dedizierten CPU-Kernen, ausreichend RAM sowie durchgereichten virtuellen Festplatten konfiguriert. Besonders wichtig war die saubere Storage-Planung: Die Datenplatten wurden als separate virtuelle Disks eingebunden, um spätere Migrationen oder Snapshots auf Hypervisor-Ebene zu ermöglichen.
Nach der Erstellung der VM wurde der ArcLoader initialisiert und das passende DSM-Image eingebunden. Die Installation verlief ähnlich wie bei einem physischen Synology-Gerät. Nach erfolgreichem Setup stand die gewohnte DSM-Oberfläche zur Verfügung, inklusive Benutzerverwaltung, Freigaben, Snapshot-Funktion und Paketzentrum.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Architektur liegt in der Flexibilität. Da das NAS als VM läuft, können Snapshots direkt auf Hypervisor-Ebene erstellt werden. Zusätzlich ermöglicht Proxmox Backups der gesamten VM im laufenden Betrieb. Ressourcen lassen sich dynamisch anpassen – etwa wenn mehr RAM oder CPU-Leistung benötigt wird. Auch Migrationen auf andere Hosts innerhalb eines Clusters sind möglich.
Netzwerktechnisch wurde die VM in ein separates VLAN integriert, um Storage-Traffic vom restlichen Netzwerk zu isolieren. Optional wurde eine zweite virtuelle Netzwerkkarte für Backup- oder Replikationszwecke konfiguriert. Durch diese Segmentierung wird sowohl Performance als auch Sicherheit erhöht.
Im Vergleich zu einem klassischen Hardware-NAS bietet diese Lösung mehrere Vorteile: geringere Anschaffungskosten, bessere Skalierbarkeit, zentrale Backup-Strategie und vollständige Integration in die bestehende Virtualisierungsumgebung. Gleichzeitig bleibt die gewohnte Benutzeroberfläche und Funktionalität von Synology DSM erhalten.
Natürlich erfordert diese Architektur eine saubere Planung. Storage sollte idealerweise redundant auf ZFS oder einem RAID-Backend des Hypervisors liegen. Zudem ist zu beachten, dass es sich bei ArcLoader um eine nicht offizielle Lösung handelt, weshalb Updates sorgfältig geprüft werden müssen. Für produktive Umgebungen ist daher eine klare Dokumentation und regelmäßige Backup-Strategie essenziell.
Das Projekt zeigt, wie moderne Virtualisierung und klassische NAS-Funktionalität effizient kombiniert werden können. Durch den Einsatz von ArcLoader in einer Proxmox-VM konnte eine leistungsfähige, flexible und zentral verwaltbare Storage-Lösung geschaffen werden, die sich optimal in eine bestehende IT-Infrastruktur integriert.